Wir sammeln weiter! Aber wo beginnt Friedrichshain?

In den letzten Wochen sammelten viele MitstreiterInnen Unterschriften  für den Erhalt des RAW.Kulturensemble. Am liebsten würden wir jeden Tag unser Modell irgendwo in Friedrichshain aufstellen und mit den vielen Interessierten über den Ausverkauf der Berliner Kunstszene, entfesselte Bauwut und Möglichkeiten der Bürger*innenbeteiligung (nicht nur) rund um das RAW diskutieren –  wenns denn zeitlich möglich wäre!

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Stadtteilspaziergang auf dem RAW am 12.04.

Die Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble hat an diesem ersten Frühlingstag zum Stadtteilspaziergang eingeladen. Der Rundgang über das Gelände war der Auftakt zu einer Reihe von kleinen und großen Aktionen sowie langfristigen Vorhaben.

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RAW-Tempel e.V.

Der RAW-tempel e.V. versteht sich als offene, gemeinnützige Organisation von Kreativen und Bürger/innen, die eine Vision teilen:
einen Freiraum soziokultureller Nutzung inmitten einer europäischen Metropole zu gestalten, in dem sich individuelle Selbstverwirklichung mit dem solidarischen Handeln für ein Gemeinwesen verbindet. Ein wesentliches Ziel des Vereins ist daher die Förderung kultureller Zwecke.
Der Verein fördert soziokulturelle Aktivitäten, welche die Verständigung zwischen den BewohnerInnen und den Kulturschaffenden des Bezirks, die Zusammenarbeit zwischen Ost /Friedrichshain und West/Kreuzberg sowie unterschiedlichen Kulturen stimulieren.
Dies hat auf dem Gelände des ehemaligen “RAW Franz Stenzer” in Berlin seit Juli 1999 seinen Aktionsmittelpunkt, welches sich durch langjährigen Leerstand und die ideale Lage zwischen Friedrichshain und Kreuzberg zunächst für ein Zwischennutzungsprojekt dieser Art anbot.
Der Vereinszweck wird hauptsächlich durch Schaffung von Freiräumen verwirklicht:
– Ateliers und Produktionsräume für KünstlerInnen aller Sparten
– Werkstätten, Übungs- und Veranstaltungsräume für aktive AnwohnerInnen, semi- und professionelle Kulturschaffende aller Altersgruppen, NachwuchskünstlerInnen und Existenzgründungen im kreativen Bereich
– kulturelle Veranstaltungen und Kulturaustauschprojekte
– Bestandserhaltung der denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Industrieareals “RAW Franz Stenzer”

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Der Verein betreibt derzeit vier Gebäude mit eigenen Nutzungsprofilen, deren Namen sich aus der Werksgeschichte herleiten:
– Das Beamtenwohnhaus beherbergt eine Mischung von ‚Schnittstellenprojekten‘ zwischen Kunst, Kunstvermittlung und Kunstgewerbe:  Ateliers, Werkstätten, Beratungs- und Arbeitsräume des Vereins.
– Das Verwaltungsgebäude bietet neben kleineren Ateliers Produktionbüros und einer Keramikwerkstatt mit offenen Angeboten auch Räume für Meetings und Seminare.
– Das Stoff- und Gerätelager wird  mit den Themenschwerpunkten Musik und Bewegung von Vereinen und ExistenzgründerInnen im Bereich Musik, Audioproduktion und Artistik, Theater und Tanz genutzt; es beherbergt auch eine kulturelle Spielstätte sowie eine Musikinstrumentenmanufaktur.
– Das Ambulatorium ist ein Veranstaltungs- und Probenhaus in Planung, das ideale Bedingungen für Theater, Kleinkunst, Akustik-Konzerte, Informations- und Seminarveranstaltungen sowie als Präsentationsfläche für die Projekte aus den Häusern bietet.
Die einzelnen Häuser bestimmen auf ihren Plena weitgehend selbst über die Nutzungen und ihre inhaltlichen Schwerpunkte.
Ein ehrenamtlicher NutzerInnenbeirat organisiert in Selbstverwaltung das Zusammenwirken der NutzerInnen mit dem Verein. Die Vereinsvorhaben werden von der Mitgliedschaft in Vollversammlungen diskutiert und beschlossen.
Strukturen und Arbeitsbereiche sind in diesem Organigramm dargestellt.

Ein übergreifendes soziales Projekt des Vereins ist der Bereich Arbeit und Bildung, der die Integration von Arbeitsfördermaß-nahmen, ehrenamtlicher Freiwilligenarbeit und Vereinsarbeit koordiniert und weiter entwickelt. Weitere zukünftige Schwerpunkte sind nachhaltige Konzepte zur Gebäudesanierung und Energieversorgung und die weitere inhaltliche Profilierung der Häuser durch Gründung eigener Körperschaften unter dem Dach des RAW-tempel e.V. Aus der Entwicklung des selbstverwalteten Projektezentrums entstandenes Know How und Wissensressourcen stehen den Nutzer-Innen und Vereinsmitgliedern in Kooperation zur Verfügung. Kultureller Veranstaltungsbetrieb sowie die Produktion von Veranstaltungen auf dem Gelände durch ProjektpartnerInnen oder temporäre Drittnutzer tragen zur Belebung des Standortes, seiner Integration ins Umfeld sowie zu seiner überregionalen Bekanntheit bei.
Der RAW-tempel e.V. versteht sich somit auch als Arbeits- und Versuchsraum für innovative Vorhaben zur partizipativen Standortentwicklung und alternativer gesellschaftlicher und ökonomischer Modelle zur selbstorganisierten Gemeinschaftsbildung, deren Potentiale und Vermittlung an die Öffentlichkeit an diesem Standort gefördert werden sollen.
Das große Ziel ist der langfristige und nachhaltige Ausbau dieses soziokulturellen Zentrums mit Selbsthilfe- und kulturellen Bildungsangeboten für Friedrichshain-Kreuzberg und im bundesweiten und internationalen Netzwerk selbstverwalteter Zentren.

Quelle: raw-tempel.de

Mangel an Freiflächen im Umfeld des RAW

Die Versorgung mit Grünflächen ist Friedrichshain sehr mangelhaft. Die Stadt gibt als Richtwert an, dass pro Einwohner*in im direkten Wohnumfeld (500m) mindestens 6m² erholungswirksame Grünanlagen vorhanden sein müssen. In Friedrichshain wird dieser Wert mit 1,2m² deutlich unterschritten und ist einer der schlechtesten im gesamten Stadtgebiet. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellt fest: „Die geringste Fläche [an erholungswirksamen Grünanlagen] steht dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit 122 ha zur Verfügung.“

Auch die Mindestversorgung mit Spielfläche wird stark unterschritten. Hier liegt der Richtwert bei 1m² pro Einwohner*in. Während im Bezirk insgesamt der Wert noch bei 0,64m² pro Einwohner*in liegt, tendiert er in der direkten Umgebung des RAW gegen Null. Das Friedrichshain-Magazin schreibt etwa: „Noch größer ist das Defizit im Sanierungsgebiet Warschauer Straße. Streng genommen gibt es in den Grenzen des Gebietes noch gar keine öffentlichen Spielplätze.“ Inzwischen wurde der Spielplatz Simondachstr./ Ecke Wühlischstraße wieder hergestellt. Er wird jedoch aufgrund der Lage und Gestaltung nur sporadisch genutzt und bietet beinahe die einzige Spielfläche in der Umgebung des RAW.

Quellen:

http://www.friedrichshain-magazin.de/archiv/fh-1-04/text05.html
http://www.urban-fuer-berlin.de/archiv/urban78/text3.html
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/e_text/ka605.doc
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Aufsaetze/2011/HZ_201106-10.pdf

Five-O auf dem RAW (Cassiopeia, Kegel, Kletterhalle, Skatehalle, Sommergarten, Freiluftkino)

Auf dem insgesamt 6.380m² großem Five-O Ensemble auf dem RAW ist seit Gründung im Jahr 2004 ein Zusammenschluss von sechs eigenständigen Unternehmen gewachsen. Als privatwirtschaftliche und nicht öffentlich subventionierte Unternehmen gelingt hier die Synthese zwischen Angeboten für das Gemeinwohl und gewinnorientiertem Wirtschaften. Bestes Beispiel ist das Sportangebot von Kletter-Kegel und Skatehalle: Die Skatehalle-Berlin bietet rund 330 Mitgliedern des 1. Berliner Skateboardverein e.V. eine Trainingsstätte, erreicht aber gleichzeitig – wie auch der Kletterkegel – sehr viele Individualsportlerinnen und -sportlern, die typischerweise nicht in klassischen Vereinsstrukturen beheimatet sind. Insbesondere diese niederschwelligen Sport- u. Freizeitangebote kompensieren Angebotsdefizite im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Mit steigen- den Besucherzahlen und Umsätzen sind zudem in den vergangenen Jahren kontinuierlich neue Arbeitsplätze entstanden. Insgesamt arbeiten in den sechs Unternehmen heute 151 Mitarbeiter.

300.000 meist junge Besucher*innen zählen Skatehalle-Berlin, Kletter-Kegel, Cassiopeia Musikclub, Freiluftkino und Sommergarten pro Jahr. Der Nutzungsmix aus Sport, Kultur und Gastronomie ist einzigartig in Berlin. Die Skatehalle ist z.B. die einzige innerstädtische und witterungsunabhängige Trainingsstätte für Skateboarder und BMXer. In weniger als einem Jahrzehnt wurde aus dem Bestand der Industrieruinen ein belebter Ort entwickelt, der den akuten Bedarf der Bevölkerung nach Sport- und Freizeitangeboten befriedigt. Dies war nur durch die Eigeninvestition der einzelnen Unternehmen von rund 1,2 Mio. Euro und zu den stabilen Mietkonditionen der Grundstückseigentümer*innen möglich. Das Projekt ist in seiner Vielfalt, Fläche und der innerstädtischen Lage einmalig und auch unter städtebaulichen Aspekten weltweit relevant.

 

http://kulturensemble-raw.de/wp-content/uploads/2013/04/Five-o-Ensemble-2013-web.pdf

Pressemitteilung vom 09.04.2013

Abriss und Wohnungsneubau verhindern – „Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble“ lädt ein!

 

Große Neubauvorhaben bedrohen das ehemalige RAW an der Revaler Straße in Friedrichshain. Die „Initiative für den Erhalt des RAW als Kulturensemble“ kämpft für die Bewahrung der historischen Gebäude und der soziokulturellen Nutzung. Mit einem Einwohnerantrag will die Initiative die Diskussion um die Bebauung und zukünftige Nutzungen öffentlich machen und Anwohner*innen in die Planung einbeziehen. Sie bringt Nutzer*innen und Nachbarschaft vor Ort zusammen und plant mit diesen gemeinsam weiterführende Aktionen.

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